Alle Menschen sind Ausländer/-innen und nur Besuchende der Erde

Ich arbeitete als Reinigungskraft in einem kleinen Spital und knüpfte dadurch viele Kontakte zu Patienten. Diese Begegnungen bestärkten meinen Wunsch, mich beruflich weiterzuentwickeln und neue Wege zu gehen. Als ich eines Tages einen Zeitungsartikel über Basel las, wusste ich, dass ich dahin wollte.

Frisch verheiratet kam ich 1968 als junge Frau mit meinem damaligen Ehemann von Sardinien in die Schweiz. Zuerst lebten wir im Kanton St. Gallen, wo auch meine beiden Söhne auf die Welt kamen. Ich arbeitete als Reinigungskraft in einem kleinen Spital und knüpfte dadurch viele Kontakte zu Patienten. Diese Begegnungen bestärkten meinen Wunsch, mich beruflich weiterzuentwickeln und neue Wege zu gehen. Als ich eines Tages einen Zeitungsartikel über Basel las, wusste ich, dass ich dahin wollte. Die Nähe zum Wasser – ein wichtiges Element in meinem Leben seit der Kindheit – und die Nähe zu Deutschland und Frankreich, das war genau das, was ich suchte. Als ich dann noch hörte, dass die Basler/-innen sehr offene Menschen sind, war mein Entschluss gefasst.

Aktiv auf der Suche nach Neuem fragte ich im Kantonsspital nach einer Beschäftigung. Eine Frau, deren Gesicht ich nie vergessen werde, spürte sofort meine Motivation und spornte mich an, eine Umschulung zu absolvieren. Ich wagte diesen Schritt, wurde zuerst Pflegeassistentin und später diplomierte Poliklinik-Sekretärin. Durch diese Tätigkeit konnte ich etwas bewirken und Gutes tun. Gleichzeitig waren die Patienten sehr wertschätzend. Diese Erfahrung half mir sehr bei meiner Persönlichkeitsentwicklung. Ich wurde selbständiger und bekam Lust auf weitere Herausforderungen. 1982 liess ich mich von meinem Mann scheiden. Das war damals eine grosse Schande. Ich sehe es aber nicht so. Trotz Schwierigkeiten konnte ich als geschiedene Frau eine grosse Freiheit geniessen und begann mich mit Yoga zu beschäftigen und erhielt ein europäisch anerkanntes Lehrerin-Diplom. Yoga befreite und veränderte mich definitiv. Ich wurde eine neue Person.

Heute bin ich pensioniert und habe viel Zeit für mich und meine Familie. Ich lese viel, geniesse die Ruhe in der Natur, nehme an Veranstaltungen teil und bin als Yoga-Lehrerin tätig. Ich liebe Basel – jede Ecke dieser Stadt ist schön, jeder Mensch kann sich hier entfalten. Basel ist wie die erste Liebe – man vergisst sie nie!